BEDIENUNGS- UND INSTALLATIONSANLEITUNG ZU MEX V.1.14 """""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""""" ( Zusammenstellung : Peter-Cornelius Spaeth, 10/87 ) Der vorliegende Text ist eine stark gekuerzte Zusam- menfassung der englischen Originaldokumentation zu MEX Version 1.14 von Ron Fowler. Zur Einleitung sollte man MEX-WOZU.DOK auf der CCD CP/M-80 Info 48 lesen, die Grundlagen der DFUE kann man in der Reihe DFUE-xxx.DOK, beginnend auf Disk 49, nachlesen. Wer MEX wirklich voll nutzen will, sei auf die ausfuehr- liche Originaldoku verwiesen, fuer den Hausgebrauch reicht der nachfolgende Text jedoch voellig. ACHTUNG : Wer noch nie DFUE betrieben hat, der sollte unbedingt jemanden zur Seite haben, der ihm die elementaren Schritte erlaeutert. Mit dem folgenden allein wird er warscheinlich nicht auskommen. UEBERBLICK : """""""""" Was ist MEX ? MEX steht fuer 'Modem Executive', das hat aber mit dem Osborne Executive nichts zu tun. Vielmehr ist MEX ein recht ansprechendes Terminal- und Filetransfer-Programm. Es vereinigt die brauchbaren Eigenschaften anderer Public Domain Terminalprogramme wie MODEM7 und MDM, und fuegt einige Features hinzu. MEX ist an fast alle CP/M-80 Rechner anpassbar und funktioniert auch bei hohen Baudraten (19200 Baud). Seine Verwendungsmoeglich- keiten : siehe MEX-WOZU.DOK ! INSTALLATION : """""""""""" Ron Fowler hat die Source zu MEX nicht veroeffentlicht, stattdessen stellt er das uninstallierte MEX114.COM (hier: MEX.COM) zur Verfuegung. Um daraus ein lauffaehiges Programm zu machen, muss man ein (MDM7-kompatibles) Overlay schreiben, welches die hardwareabhaengigen I/O- Routinen implementiert, dieses uebersetzen und mit Ron Fowler's MLOAD (Version > 2.0) in das MEX.COM verpflanzen. Gluecklicherweise existieren Overlays fuer die gaengigsten Rechner, Besitzer eines Osborne I oder Executive sowie eines Kaypro koennen sich die Installation sogar sparen und die fertig installierten Programme auf der Info 48 benutzen. Wer jedoch MEX an einen anderen Rechner anpassen muss, sollte folgendermassen verfahren: zunaechst 'aehnliches' Overlay aussuchen (siehe auch MXO- LIST.DOK auf Info 49), die Portadressen und Routinen anpassen, mit MAC (oder ASM, dann die TITLE Instruktion weglassen) assemblieren, mit MLOAD V.2.1 laden und testen ... Eine Schneider Joyce Version haben wir auf diese Weise innerhalb von 15 Minuten installiert, indem nur die Portadressen des Executive-Overlays angepasst und die Baudraten- Routine mit RET ausser Gefecht gesetzt wurde. Als Muster soll die folgende Installation vom MEX fuer den Osborne Executive dienen : MAC MXO-OX11 MLOAD MEXTEST.COM=MEX.COM,MXO-OX11.HEX Wer ein Hayes-/Smartmodem benutzt, muss zusaetzlich noch das Smartmodem Overlay dazuladen, um dieses auch auszunutzen : MAC MXO-OX11 MAC MXO-SM10 MLOAD MEXTEST.COM=MEX.COM,MXO-OX11,MXO-SM10 Nun sollte eine lauffaehige (Test-)Version vor- liegen. HARDWAREANFORDERUNGEN : """"""""""""""""""""" Je nachdem, ob man MEX zur Rechnerkopplung oder zur DFUE via Modem oder Akkustikkoppler nutzen will, sind noch Hardwarearbeiten noetig. Benutzt man MEX zur Rechnerkopplung, so hat man ein passendes Verbindungskabel zwischen den Rechnern herzustellen. Auf der Seite, auf der MEX eingesetzt wird, ist der serielle Anschluss zu benutzen, der im Quelltext des Overlays spezifiziert ist. Beim Osborne 1 ist das in der Regel der RS 232 Anschluss, beim Executive der Modem Anschluss. Man muss nun ein sogenanntes Nullmodem-Kabel (Kreuzverbindung) herstellen, welches die Anschluesse TxD1 mit RxD2, TxD2 mit RxD1 und GND1 mit GND2 verbindet. Bei Verbindung ver- schiedener Rechnertypen ist dies meist mit einer Kreuzung der Leitungen 2 und 3 gleichzusetzen, manchmal muss man jedoch einfach nur die physikalischen Anschluesse der D-Sub Stecker direkt miteinander verbinden, beispielsweise Osborne 1 auf Osborne Executive. Hat man vor, mit einem Akkustik- koppler oder einem Modem zu arbeiten, so muss man in der Regel die gleichbezeichneten Anschluesse direkt miteinander verbinden, also TxD am Rechner mit TxD am Modem usw. In jedem Fall benoetigt man die An- schlussbelegung der jeweils verwendeten Anschluesse. Eine Anmerkung bezueglich der erreichbaren Baudrate: mit Kabellaengen unter 4 Meter scheinen z.B. beim Executive 19200 Baud kein Problem zu sein. Beim Osborne 1 ist die hoechste erreichbare Baudrate in der Regel 1200 Baud, es sei denn, man greift in die Hardware ein, so wie es auf aelteren Info's be- schrieben wurde. Dann sind 2400 oder auch 4800 Baud erreichbar. Dies ist aber nur fuer Rechnerkopplungen interessant, fuer den Modembetrieb duerften 1200 Baud in Deutschland noch eine Weile reichen. EINIGE VORBEMERKUNGEN : """"""""""""""""""""" DATEIBEZEICHNER : Dateienbezeichnungen unter MEX sind wie in CP/M aufgebaut, sie koennen allerdings als Laufwerksbezeichnung auch nur den Userbereich enthalten. Bsp. : 1:DATEI1.TXT C2:DATEI2.DOK A:DATEIX.LOG WECHSELN DES ANGEMELDETEN LAUFWERKS : Das ist in MEX auf zwei Arten moeglich: a) mit dem LOG Kommando und b) einfach mit der Angabe des gewuenschten Drives und Userbereichs nach dem MEX Prompt. MEHRFACHKOMMANDOS : MEX akzeptiert mehrere Kommandos in einer Eingabe- zeile (auch beim Programmaufruf), dazu muss man lediglich die einzelnen Kommandos mit einem Semiko- lon voneinander trennen. BENUTZUNG VON MEX : """"""""""""""""" Nachdem man MEX installiert hat und die richtigen Verkabelungen vorgenommen hat, kann man z.B. zum Anrufen einer Mailbox benutzen (absolute Laien seien auf die Reihe DFUE-xxx.DOK verwiesen). Dazu ruft man MEX im einfachsten Fall ohne Parameter auf, auf dem aktuellen Laufwerk sollte sich neben MEX noch die Datei MEX.HLP befinden, welche MEX ggfs. mit Hilfstexten versorgt. Nach dem Laden von MEX sucht es nach einer Datei INI.MEX. Sollte diese vorhanden sein, so werden die darin enthaltenen MEX-Befehle abgearbeitet, man kann also gewisse Voreinstellungen automatisieren lassen. In jedem Fall erscheint aber eine Programmeldung mit Angabe des jeweils verwendeten Overlays und dann der 'Prompt' von MEX, in der Regel von der Art '[MEX] A0>'. Immer wenn dieser Prompt erscheint, kann man MEX Kommandos eingeben. TERMINAL-BETRIEB : """""""""""""""" In diese Betriebsweise gelangt man ueblicherweise, indem man einfach 'T' eingibt, evtl. gefolgt vom Namen einer LOG Datei, z.B. 'T LOGFILE1' und dann RETURN drueckt. In dieser Betriebsweise existiert natuerlich kein Prompt, stattdessen kann man Kommandos ueber 'Escape-Sequenzen' abgeben. Dazu drueckt man die im Overlay spezifierte (und auch eingangs des Terminal Modes angezeigte) Escape Taste und anschliessend eine Taste aus der folgenden Liste: ESC + E => zurueck zum MEX Prompt, also zur normalen Kommandoebene ESC + ? => Anzeige der im Terminal Mode moeg lichen Kommandos ESC + S => Logging (Mitschreiben in LOGFILE) einschalten ESC + U => Logging ausschalten ESC + P => Mitschreiben auf Drucker ein / aus ESC + T => Datei senden ( MEX erfragt Namen ) KURZKOMMANDOS : """"""""""""" Folgende Kurzkommandos (nur ein Buchstabe) koennen vom MEX Prompt abgesetzt werden: S => Dateien mittels Ward Christensen Protokoll versenden R => Dateien entsprechend empfangen T => Rein in den Terminal Mode E => Terminal Mode, aber mit Echo L => Terminal Mode, mit Local Echo Diese Kommandos koennen durch folgende Optionen ergaenzt werden: OPT Name benutzt mit das passiert --- ---- ----------- ------------ A Append E,L,T Anhaengen an ein Terminal Mode File B Batch R,S Batch Mode bei File- transfer (Namen wer- den mit uebertragen) D Discon. R,S Verbindung nach Tra- nsfer aufloesen L Local T,E Local Echo ein Q Quiet R,S Bei File Transfer nichts anzeigen R Recview R,S Empf. Zeichen ansch. S Senview R,S Gesendete Zeichen anschauen T Terminal R,S Nach Transfer ab in den Terminal Mode V View R,S Kompletten Filetrans- fer in ASCII ansch. X Exit R,S MEX nach Transfer verlassen Zwei Beispiele : [MEX] A0> ST DATEI1.TXT => sendet die Datei DATEI1.TXT und geht danach in den Terminal Mode ... [MEX] B3> T LOGFILE1 => geht in den Terminal Mode und schneidet den Dialog in der Datei LOGFILE1 mit ... KURZBESCHREIBUNG EINIGER MEX KOMMANDOS : """""""""""""""""""""""""""""""""""""" ALT : ( ALT ) Damit kann man einalternatives Laufwerk angeben, auf dem MEX die LOAD Files, READ Files oder LOG Files sucht. BYE : ( BYE ) Nichts wie raus aus MEX ... CALL : ( CALL ... ) Nur benutzbar mit Hayes-Modems, komfortables auto matisches Waehlen, Wiederholmoeglichkeit ... CLONE : ( CLONE ) Hiermit ist es moeglich, die momentane Konfiguration von MEX unter einem neuen Namen abzuspeichern. COLD : ( COLD ) Zuruecksetzen von MEX, dabei werden Phone Libraries etc. geloescht ... CPM : ( CPM ) Wie Bye, also zurueck ins Betriebssystem. DEL : ( DEL ) Loeschen der LOG Datei. DIAL : ( DIAL ... ) Wie CALL, aber anschliessend bleibt man im Command Mode ( Nach Call geht's in den Terminal Mode ! ) DIR : ( DIR ) Genau wie das DIR von CP/M. DSC : ( DSC ) Hoerer auflegen ( Nur Hayes-Modems ... ) ERA : ( ERA [V]) Loeschen von Dateien, Wildcards erlaubt, Option 'V' bewirkt Sicherheitsabfrage, ob wirklich geloescht werden soll. GLOBAL : ( GLOBAL